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Software-as-a-Service (SaaS ERP) - Die schlanke Zukunft des ERP?

Nachdem die Nutzung von Software-as-a-Service (SaaS) im Ausland schon viel weiter verbreitet ist, beschäftigen sich inzwischen auch immer mehr deutsche Unternehmen mit dem Konzept. Die Einschätzung von SaaS ERP als krisentaugliche Maßnahme, die einen liquiditätsschonenden und risikoarmen Einstieg ins ERP bedeutet, leuchtet auf den ersten Blick ein. Die hohe Komplexität des ERP-Themas rechtfertigt eine genauere Auseinandersetzung mit der Frage ob und für wen sich der Einsatz von ERP nach dem SaaS-Prinzip eignet.

SaaS ERP - Alternative für Jedermann?

Viele Unternehmen stehen gerade bei einem so neuralgischen Thema wie ERP dem SaaS-Konzept eher vorsichtig gegenüber: Knapp 30% der kleineren Unternehmen (bis 100 Mitarbeiter) können sich eine integrierte SaaS ERP Lösung vorstellen, während dies bei Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern nur noch knapp 15% sind.

Bei Dienstleistungsunternehmen ergibt sich ein etwas anderes Bild. Hier kommen die Vorteile des SaaS ERP - wie z.B. die Unterstützung dezentraler Strukturen, hohe Skalierbarkeit oder der flexible Nutzungsumfang - voll zur Geltung. Die hohe Skalierbarkeit lässt SaaS ERP auch für schnellwachsende Unternehmen oder auch Unternehmensbereiche bzw. Standorte, die von der klassischen ERP-Infrastruktur nicht unterstützt werden, als besonders vorteilhaft erscheinen.

ERP Software als SaaS finden

Pro und Contra SaaS ERP

Auf der „Haben"-Seite von ERP als Software-as-a-Service steht zunächst, dass mittels SaaS ERP Anwendungen flächendeckend und zu transparenten Kosten bereit gestellt werden können. Unstrittig ist auch, dass der SaaS ERP Ansatz Flexibilität im Hinblick auf Nutzungsumfang bzw. -dauer bietet, so dass im Bedarfsfall Kapazitäten und Kosten angepasst werden können. Schließlich bergen das reduzierte Betriebsrisiko, der geringere Personalaufwand und einfachere Updates bzw. Release-Wechsel erhebliche Potenziale zur Entlastung der IT.

Auf der Gegenseite der Argumentbilanz findet sich die unleugbare Abhängigkeit vom Service-Anbieter, insbesondere was den Support bei auftretenden Problemen und die Wartung und Performance der Infrastruktur angeht. Auch die Integration von SaaS ERP in die bestehende Software-Landschaft eines Unternehmens ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.

Besonders schwerwiegend wirkt sich die notwendige Standardisierung aus: Zwar werden von den SaaS-Dienstleistern meist fest vorgegebene oder konfigurierbare Varianten angeboten, die Funktionalität der Software kann aber nicht in beliebigem Umfang auf die individuellen Gegebenheiten des einzelnen Anwenders zugeschnitten sein. Dies bedeutet letztlich, dass die Geschäftsprozesse des Unternehmens gegebenenfalls an die Software angepasst werden müssen, ein Schritt, dem die meisten Unternehmen mit großer Zurückhaltung gegenüber stehen.

Dieses Argument mag manchem bekannt vorkommen, denn es hat bereits vor ca. 20 bis 25 Jahren eine kritische Diskussion rund um das Für und Wider der Standard-Software befeuert. Mittlerweile hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass die Effizienz- und wirtschaftlichen Vorteile einer Standard-ERP-Lösung die genannten Nachteile aufwiegen. Ähnlich könnte sich die Diskussion um SaaS ERP in diesem Zusammenhang entwickeln. Natürlich wird der Zwang zur Standardisierung der ERP-Software durch den Einsatz als Service noch einmal verstärkt - gleichzeitig werden aber auch die Unternehmen, für die der Ansatz grundsätzlich geeignet ist, deutliche Vorteile aus der gemeinsamen Nutzung ziehen.

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